Was sind Blutkörperchen?
Blutkörperchen sind sehr kleine Zellen, die im Blut mitschwimmen. Ein Blutstropfen enthält neben den Zellen noch zahlreiche weitere Substanzen. Man unterscheidet dabei zwischen Blutzellen und dem Blutplasma, in dem die anderen Substanzen enthalten sind.
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Wenn man Blut in einem kleinen Röhrchen sehr schnell schleudert (das nennt man zentrifugieren), dann trennen sich die Flüssigkeit und die Zellen voneinander, weil die Zellen schwerer sind. Sie lagern sich dann unten ab. Das sieht ungefähr so aus:
- Das Blutplasma ist die Flüssigkeit, in dem noch viele weitere Substanzen enthalten sind.
- Die Blutzellen sind eigenständige Zellarten, die bestimmte Funktionen haben.
Zu den anderen Substanzen gehören z.B. Fette (z.B. Cholesterin) oder Hormone (Botenstoffe).
Wie viele Blutkörperchen sind in einem Tropfen Blut?
Ein Tropfen Blut enthält also sehr, sehr viele Blutzellen, vor allem Blutkörperchen. In einem Blutstropfen sind ungefähr 70 Millionen rote Blutkörperchen enthalten.
Es gibt prinzipiell zwei Arten von Blutzellen:
- die Blutkörperchen:
- dazu gehören die roten Blutkörperchen (Erythrozyten)
- und die weißen Blutkörperchen (Leukozyten)
- die Blutplättchen (Thrombozyten)
Hier ein Foto der Blutzellen, das mithilfe eines Rasterelektronenmikroskops angefertigt wurde (das Bild wurde anschließend noch eingefärbt):
Das heißt: Blutkörperchen sind eine Gruppe innerhalb der Blutzellen.
Im Blut sind viel, viel mehr rote als weiße Blutkörperchen enthalten.
Die Blutkörperchen wurden im Jahre 1658 von Jan Swammerdam entdeckt, der als erster ein damals neu eingeführtes Lichtmikroskop nutze, um Blut (eines Frosches) zu untersuchen. Dabei erkannte er, dass es zahlreiche verschiedene Zellen enthielt: die Blutkörperchen (die anderen Substanzen und auch die Blutplättchen sind viel kleiner, so dass Swammerdam sie wahrscheinlich nicht sah).
Die roten Blutkörperchen
Die roten Blutkörperchen werden als Erythrozyten bezeichnet. Unser menschliches Blut ist rot, weil es so viele dieser roten Blutkörperchen enthält. Denn die Erys enthalten Hämoglobin, das ebenfalls rot ist, weil es Eisen enthält. Fast alles, was viel Eisen enthält, sieht rötlich aus.
Die Aufgabe der roten Blutkörperchen besteht darin, Sauerstoff zu transportieren. Sauerstoff ist für den Körper sehr wichtig, denn die Zellen gewinnen daraus Energie. Wer viel Sauerstoff einatmet, hat viel Kraft. Wer zu wenig Sauerstoff einatmet, wird müde und schlapp. Je mehr Sport man treibt und je gesünder man sich ernährt, um so mehr Sauerstoff kann der Körper aufnehmen - und um so besser fühlt man sich.
Mehr über die roten Blutkörperchen, siehe Erythrozyten.
Die weißen Blutkörperchen
Die weißen Blutkörperchen werden auch als Leukozyten bezeichnet. Sie haben, anders als die roten Blutkörperchen, keine eigene Farbe. Daher der Name weiße Blutkörperchen. Ihre Aufgabe ist es, den Körper von Angreifern zu beschützen. Denn wir werden rund um die Uhr von vielen kleinen Mikrooragnismen angegriffen (Bakterien, Viren, Pilze etc.). Die weißen Blutkörperchen bekämpfen und vernichten diese Angreifer.
Da die Angreifer sehr unterschiedlich aufgebaut sind, gibt es verschiedene Arten der weißen Blutkörperchen. Es gibt solche, die die Angreifer "auffressen", indem sie sie umschließen und in ihr Zellinneres aufnehmen (sog. "Fresszellen", siehe Monozyten). Andere Leukozyten können lernen, welche Substanzen gut für den Körper sind und welche nicht. Sie helfen den Fresszellen bei der Unterscheidung (sog. Lymphozyten).
Mehr über die weißen Blutkörperchen, siehe Leukozyten.
Die Blutplättchen
Die Blutplättchen sind keine Blutkörperchen - sondern eben Blutplättchen. Man nennt sie auch Thrombozyten. Ihre Aufgabe ist es, dafür zu sorgen, dass die Blutbahn immer gut funktioniert. Denn wenn es irgendwo eine Öffnung gäbe, könnte das gesamte Blut abfließen. Ohne Blut würde der Mensch sterben. Die Blutplättchen können sich daher zusammenklumpen, wenn es irgendwo eine Wunde gibt, bei der ein Blutgefäß geöffnet wurde. Diesen Vorgang nennt man Blutgerinnung: die Wunde wird dann in Minutenschnelle wieder geschlossen.
Mehr über die Blutplättchen, siehe Thrombozyten.
Entstehung der Blutkörperchen: Blutbildung
Alle Blutzellen entstehen aus einer gemeinsamen Stammzelle (sog. pluripotente Stammzelle). Die Blutbildung beginnt grundsätzlich im Knochenmark, wo auch die meisten Blutzellen gebildet werden - eine Ausnahme sind nur die Lymphozyten, die im Lymphsystem gebildet werden (dort lernen sie durch direkten Kontakt, welche Fremdkörper sie bekämpfen müssen). Die folgende Grafik zeigt die unterschiedlichen Stränge der Blutbildung (sog. Hämatopoese):
Zeichentrickfilm-Video "Es war einmal das Leben..."
Aus dem Jahr 1986 stammt eine französische Zeichentrickserie, die inzwischen schon Kult-Charakter hat. Die Serie erklärt die Vorgänge im menschlichen Körper. Die Protagonisten sind einerseits Jugendliche, die verschiedene Lebensvorgänge, wie Essen, Stoffwechsel und Krankheit erleben. Dazu bedienen sie sich motorrad- oder raumschiffartiger Fahrzeuge und liefern sich Feuergefechte mit Eindringlingen (Bakterien, Viren). Im folgenden die Folge, in der es um "das Blut" geht:
Ressourcen / Weiterlesen
- Erythrozyten.net: Was sind Blutkörperchen?
- Was ist was?: Rote und weiße Blutkörperchen